Vielfältige landwirtschaftliche Lebensräume entdecken! 




Einschränkungen und mögliche Nutzung im Gewässerraum

Das Gewässerschutzgesetz verpflichtet die Kantone einen verbindlichen Gewässerraum auszuscheiden. Dieser säumt sämtliche stehenden und fliessenden Gewässer, die Dimension des Gewässerraums richtet sich nach der Breite des Wasserspiegels. In den Gewässerräumen wird die Nutzung eingeschränkt, insbesondere wird dort die Düngung und die Verwendung von Pestiziden untersagt. Der Kanton Basel-Landschaft hat für den ersten Kantonsteil die Planung abgeschlossen, dies betrifft 18 Gemeinden in beiden Frenkentälern. Die Planungsberichte für diese Gemeinden können bei den Vernehmlassungsunterlagen heruntergeladen werden. Hier sind auch detallierte Informationen über die Dimensionierung der Gewässerräume ersichtlich.

Sinn und Zweck

Die Gewässerräume sollen unter anderem Nährstoffeinträge in die Gewässer vermindern und die Ausbildung von natürlichen Lebensräumen in und an den Gewässern ermöglichen. Zudem dient ein ausreichender Gewässerraum dem Schutz vor Hochwasser, so dass aufwändige Schutzbauten teilweise unnötig werden. Aus Sicht des Naturschutzes ist das Vorgehen begrüssenswert. Einträge von Nährstoffen und Pestiziden in die Gewässer stellen ein grosses Problem für die natürlichen Artengemeinschaften in den Gewässern dar. Vor allem bei Fliessgewässern, kann eine zurückhaltende Nutzung der Uferbereiche die Vernetzungswirkung stark begünstigen.

Landwirtschaftliche Nutzung innerhalb des Gewässerraums

Eine landwirtschaftliche Nutzung der Gewässerräume ist sinnvoll und erlaubt. Das Gesetz untersagt im Gewässerraum den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger. Die Gewässerräume müssen gemäss den Bedingungen einer der folgenden BFF-Typen bewirtschaftet werden:

  • Uferwiesen entlang von Fliessgewässern
  • Extensiv genutzte Wiesen
  • Streueflächen
  • Hecken, Feld- und Ufergehölze
  • Extensiv genutzte Weiden, Waldweiden

Offene Fragen und Konflikte

  • Mähweiden: Kein BFF- Typ erlaubt die Nutzung als Mähweide. Künftig dürfen Mähweiden im Gewässerraum wohl als "extensiv genutzte Weide" angemeldet werden. Infos und Bewilligung dazu bei Pascal Simon.
  • Obstbäume entlang Gewässern: Das Pestizidverbot im Gewässerraum schränkt die Nutzung von Obstbäumen im Gewässerraum ein.
  • Eingedolte Gewässer: Die Gewässerräume sind auch im Bereich eingedolter Gewässer ausgeschieden. Dort gelten die Nutzungsauflagen allerdings nicht! Auf eingedolten Gewässern ist die landwirtschaftliche Nutzung uneingeschränkt möglich!

Bei Fragen oder Konflikten

Wenn Sie Fragen zu den Gewässerräumen haben oder Konflikte mit der bisherigen Nutzung sehen, nehmen Sie Kontakt mit Pascal Simon auf: 061 552 21 17 oder pascal.simon@bl.ch




«Ökologische Leistungen müssen professionell erbracht werden und dürfen die Lebensmittelproduktion nicht nachteilig beeinflussen.»

Susanne Strub, Landrätin und Bäuerin
«Mehr Biodiversität stabilisiert das landwirtschaftliche Produktionssystem und senkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge. Davon profitieren die Bauern und die Artenvielfalt. Das ist das Ziel des kantonalen Förderprogramms.»

Lukas Kilcher,
Leiter landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain

«Biodiversität ist Leben – deshalb brauchen wir ökologisch produzierte Lebensmittel.»

Suzanne Oberer,
Präsidentin BNV