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Extensiv genutzte Wiesen



Beschreibung:
Extensiv genutzte Wiesen werden nicht gedüngt. Je nach Standort beherbergen diese Lebensräume häufigere bis seltene Blütenpflanzen. Die Flächen sind relativ nährstoffarm, dadurch wächst das Gras nur lückig und lässt Platz für Blumen und Wiesenkräuter. Schmetterlinge und Grashüpfer wiederum benötigen diese, teilweise sehr seltenen Pflanzen um ihre Eier darauf abzulegen oder als Nahrungspflanze.
Extensiv genutzte Wiesen sollten später im jahr gemäht werden. Durch eine späte Mähnutzung können die Pflanzen Verblühen und somit ihr Überleben sichern. Auch viele Tiere benötigen späte Schnitttermine um ihr Fortpflanzungszyklus abschliessen zu können.

Bedrohung:
Diese Lebensräume sind durch die intensive Landwirtschaft bedroht. Werden magere Wiesen gedüngt um den Ertrag zu steigern, sinkt die Artenvielfalt. Konkurrenzstarke Gräser werden durch die Nährstoffe gestärkt und können isch ausbreiten. Dadurch verdrängen sie andere, weniger konkurrenzstarke Pflanzen.
Weiter sind diese Flächen auch durch zu extensive Bewirtschaftung gefährdet. Werden sie nicht jedes Jahr gemäht, drohen sie sehr schnell zu verbuschen und werden schliesslich zu Wald. Dieser natürliche Prozess führt langfristig aber zu einem Verschwinden der Wiesenarten und zu einer Abnahme der Artenvielfalt.

Bundesrichtlinien:
Es darf kein Dünger ausgebracht werden.
Frühester Schnittzeitpunkt ist der 15.Juni, in den Bergzonen 1+2 der 1.Juli, in den Bergzonen 3+4 der 15.Juli.
Beweidung der Fläche ist im Herbst erlaubt. (1.9 - 30.11)

Bedingungen für einen kantonalen Vertrag:
Pflanzenzusammensetzung entspricht einem Mindeststandard
Mehr zu den Indikatorpflanzen
Herbstweide wird vertraglich geregelt und ist höchstens vom 15.9 - 30.10 möglich.

Mögliche weitere Bewirtschaftungsauflagen:
  • 10% stehen lassen: Die Wiese wird nicht komplett gemäht, es bleiben jeweils 10% der Fläche ungenutzt. In diesen Rückzugsstreifen überleben Insekten die Mahd und können danach die Fläche wieder besiedeln. Auch spätblühende Pflanzen können so Samen bilden und sich wieder ausbreiten.
  • Verzicht auf Herbstweide: Die Fläche darf auch im Herbst nicht beweidet werden. Dies schont trittempfindliche Arten und senkt den Nährstoffeintrag.
  • Mahd mit Motor-Balkenmäher: Die Fläche wird mit einem schonenden Motormäher geschnitten. Dies reduziert die Gefährdung für Insekten bei der Mahd getötet zu werden. Balkenmähwerke an Traktoren oder 2-Achs-Mäher erhalten diesen Bonus nicht. Insekten sind nicht nur durch die Mähwerke gefährdet, sondern das Überfahren der Fläche mit grösseren Geräten löst bereits eine hohe Sterblichkeit aus. Durch diesen Bonus soll eine möglichst schonende Bearbeitung der Fläche, zumindest bei der Mahd, honoriert werden.
  • Büsche und Strukturen: Einzelne Büsche, Steinhaufen und weitere Strukturen sind wertvoll für Reptilien und andere Tiere. Für eine rationelle, maschinelle Bearbeitung sind diese elemente oft im Weg. Dieser Bonus soll den Mehraufwand abgelten, welche durch solche Struktutren entstehen.
  • Stilllegung Ackerland: Auf Ackerland angelegte artenreiche Blumenwiesen stellen oft Oasen in sehr ausgeräumten Landschaften dar. Für den Landwirt bedeutet dies aber eine Einbusse, da auf Ackerland wertvolle Futter- oder Nahrungsmittel angebaut werden können. Dieser Bonus soll die Ertragsminderung ausgleichen.
«Ökologische Leistungen müssen professionell erbracht werden und dürfen die Lebensmittelproduktion nicht nachteilig beeinflussen.»

Susanne Strub, Landrätin und Bäuerin
 Danke, dass es den "Oekoausgleich" gibt. Denn wenn Vielfalt Einfalt ersetzt, dann gewinnen alle dabei.

Daniel Zwygart, Biologielehrer und Präsident NVVZ
"Für unseren Betrieb ist die Biodiversität mittlerweile zu einem wichtigen Betriebszweig geworden. Diese Produktionsform ergänzt sich ausserdem sehr gut mit den anderen Betriebszweigen."

Rolf Schaffner, Bio- Landwirt