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Wenig Intensiv genutzte Wiesen



Beschreibung:
Wenig intensiv genutzte Wiesen dürfen leicht gedüngt werden. Traditionelle Wenig intensive Wiesen sind sehr Blumenreich und schön anzusehen. Durch die Vielfalt an Blüten, ist dieser Wiesentyp ein wichtiger Futterspender für Nektarsäugende Insekten. Schmetterlinge, Wildbienen und viele weitere Tiere profitieren von dem Blütenangebot. Die wenig intensiven Wiesen wurden in Vergangenheit häufig intensiviert, durch stärkeres Düngen der Flächen, kann der Ertrag gut gesteigert werden. Dieser Wiesentyp eignet sich ebenso für eine Extensivierung. Wird das Düngen ganz eingestellt, entwickelt sich die Fläche oft langsam zu einer artenreicheren (aber weniger Blumenreichen) Magerwiese. Diese Entwicklung kann lange andauern und wird von Bevölkerung und Landwirtschaft oft als negativ empfunden, da die grossblütigen Pflanzen zurückgehen und an ihre Stelle oft unscheinbarere Pflanzen treten. Landwirte sprechen dann von "verhungern" der Fläche. Bei genauem Hinsehen, bemerkt man aber eher eine Zunahme der Artenvielfalt als eine Abnahme. An die Stelle von Margerite und Habermark treten dann Glockenblumen, Wundklee oder Orchideen.

Bundesrichtlinien:
Düngung: Mist oder Kompost, max. 30kg verfügbarer Stickstoff pro ha und Jahr
Frühester Schnittzeitpunkt ist der 15.Juni, in den Bergzonen der 1.Juli.
Beweidung der Fläche ist im Herbst erlaubt. (1.9 - 30.11)

Bedingungen für einen kantonalen Vertrag:
Pflanzenzusammensetzung entspricht einem Mindeststandard
Mehr zu den Indikatorpflanzen
Herbstweide nur vom 15.9 - 30.10 möglich.

Mögliche weitere Bewirtschaftungsauflagen:
  • 10% stehen lassen: Die Wiese wird nicht komplett gemäht, es bleiben jeweils 10% der Fläche ungenutzt. In diesen Rückzugsstreifen überleben Insekten die Mahd und können danach die Fläche wieder besiedeln. Auch spätblühende Pflanzen können so Samen bilden und sich wieder ausbreiten.
  • Verzicht auf Herbstweide: Die Fläche darf auch im Herbst nicht beweidet werden. Dies schont trittempfindliche Arten und senkt den Nährstoffeintrag.
  • Mahd mit Motor-Balkenmäher: Die Fläche wird mit einem schonenden Motormäher geschnitten. Dies reduziert die Gefährdung für Insekten bei der Mahd getötet zu werden. Balkenmähwerke an Traktoren oder 2-Achs-Mäher erhalten diesen Bonus nicht. Insekten sind nicht nur durch die Mähwerke gefährdet, sondern das Überfahren der Fläche mit grösseren Geräte löst eine hohe Sterblichkeit. Durch diesen Bonus soll eine möglichst schonende Bearbeitung der Fläche, zumindest bei der Mahd, honorieren.
  • Büsche und Strukturen: Einzelne Büsche, Steinhaufe und weitere Strukturen sind wertvoll für Reptilien und andere Tiere. Bei der Bewirtschaftung stehen sie aber im Weg. Deshalb wird ein Bonus gezahlt wenn solche Strukturen erhalten bleiben oder angelegt werden
 Danke, dass es den "Oekoausgleich" gibt. Denn wenn Vielfalt Einfalt ersetzt, dann gewinnen alle dabei.

Daniel Zwygart, Biologielehrer und Präsident NVVZ
«Ökologische Leistungen müssen professionell erbracht werden und dürfen die Lebensmittelproduktion nicht nachteilig beeinflussen.»

Susanne Strub, Landrätin und Bäuerin
"Für unseren Betrieb ist die Biodiversität mittlerweile zu einem wichtigen Betriebszweig geworden. Diese Produktionsform ergänzt sich ausserdem sehr gut mit den anderen Betriebszweigen."

Rolf Schaffner, Bio- Landwirt