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Leimkräuter, Silene nutans und Klatschnelke, Silene vulgaris
Photo: Leimkraut, Silene vulgaris
Wuchshöhe: 20 bis 60 cm, Wurzeln bis in eine Tiefe von 1 m
Stängel: einer, seltener einige wenige pro Pflanze, aufrecht
Laubblätter: glatt, bläulich grün, ei- bis lanzettförmig
Blüten: aufrecht bis leicht nickend, Kelchröhre weiss oder hellrosa, meist von dunklerem Nervennetz überzogen, zylindrisch, ausser Taubenkropf-Leimkraut (dort aufgeblasen), am Ende der Kronröhre 5 weisse Kronblätter. Die Blüten weisen meist alle in die gleiche Richtung.
Blütezeit: Juni bis September
Bestäubung: v.a. Schmetterlinge und Falter, seltener Bienen, Selbstbestäubung
Früchte: klein, nierenförmig, in einer Fruchtkapsel
Ausbreitung: durch „Schütteln“ der Fruchtkapsel, teilweise durch Wind, Wurzelableger
Standorte: auf mässig feuchten, leicht sauren, mageren Böden, v.a. auf extensiv genutzten Wiesen und Weiden, gelegentlich auf Schuttplätzen oder in lichten Wäldern
Diverses: Die Blüten des nickenden Leimkrautes sind typische Nachtfalterblüten und sind nur nachts oder bei regnerischem Wetter geöffnet. Die Blüten des Taubenkropf-Leimkrauts sind hingegen den ganzen Tag geöffnet, aber sie verströmen nur in den Nachtstunden einen kleeartigen Duft, um Bestäuber anzulocken. An den Nektar, tief in ihrem Kelch, kommen nur langrüsselige Bienen und Nachtfalter. Hummeln umgehen das Hindernis, indem sie ein Loch in den Kelch beissen und so an den Nektar gelangen.
Aus den Wurzeln des Taubenkropf-Leimkrauts wurde früher Seife gekocht. Zudem galt es als anregend für den Stoffwechsel. Heutzutage haben Leimkräuter jedoch als Heilpflanzen keine Bedeutung mehr.
Als tiefwurzelnde, anspruchslose Staude sind sie ideale Pflanzen für Stein- und Wildgärten. Die weitgehend winterharten Pflanzen brauchen weder Dünger noch müssen sie bewässert werden. Dank ihrer langen Blühzeit sind sie eine wertvolle Futterquelle für Nachtfalter.
Jungen Triebe kann man vor der Blüte pflücken und wie Gemüse verwenden oder roh zu einem Salat geben.

«Ökologische Leistungen müssen professionell erbracht werden und dürfen die Lebensmittelproduktion nicht nachteilig beeinflussen.»

Susanne Strub, Landrätin und Bäuerin
«Mehr Biodiversität stabilisiert das landwirtschaftliche Produktionssystem und senkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge. Davon profitieren die Bauern und die Artenvielfalt. Das ist das Ziel des kantonalen Förderprogramms.»

Lukas Kilcher,
Leiter landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain

 Danke, dass es den "Oekoausgleich" gibt. Denn wenn Vielfalt Einfalt ersetzt, dann gewinnen alle dabei.

Daniel Zwygart, Biologielehrer und Präsident NVVZ