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Bläulinge
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Die Bläulinge sind eine sehr artenreiche Familie der Tagfalter. Allein in der Schweiz kommen 56 Arten von Bläulingen vor. Bei den meisten Arten sind die Männchen mit blau schillernden Farben ausgestattet, daher kommt auch der Name. Viele Bläulinge sind auf spezielle Wirtspflanzen angewiesen, einige benötigen darüber hinaus noch eine bestimmte Ameisenart. Deshalb sind die Bläulinge in besonderem Masse auf bestimmte Lebensräume angewiesen.
Anhand eines Beispiels lässt sich aufzeigen wie hoch die Gefahr des Aussterbens ist:

Kreuzenzian- Ameisenbläuling
Das Weibchen legt die Eier an Kreuz- Enziane. Nach dem Schlüpfen ernähren sich die Raupen ausschliesslich von der Blüte dieser Pflanzen. Nachdem sie so einiges an Gewicht zugelegt haben, lassen die Raupen sich fallen und werden von einer bestimmten Ameisenart adoptiert (Myrmica schencki). Dazu imitieren die Raupen den Geruch von Ameisenlarven und das Geräusch der Ameisenkönigin. Die Ameisen akzeptieren die Raupe als Ameisenlarve und füttern diese durch den Winter. Dann verpuppen sich die Larven und schlüpfen schliesslich. Nach dem Schlüpfen aus der Puppe muss der erwachsene Schmetterling allerdings so schnell wie möglich den Ameisenbau verlassen, da er nun als Feind erkannt wird.
Der Kreuzenzian- Ameisenbläuling kann also nur überleben, wenn Kreuz-Enziane UND die Ameisenart vorkommt. Sowohl die Enziane als auch die Ameisen sind sehr selten, das gemeinsame Vorkommen beider Spezies ist wohl noch weniger häufig. Daran lässt sich erkennen, wie stark dieser Bläuling von einem bestimmten Lebensraum abhängt. Da er ausserdem sehr standorttreu ist und nicht weit fliegt, braucht auch die Wiederbesiedelung von aufgewerteten Lebensräumen viel Zeit.
«Für Biodiversität gesprochene Beiträge sind gut investiertes Geld.
Sie gelten gemeinwirtschaftlichen Leistungen ab, erlauben der Landwirtschaft Umweltschutzanliegen ernst zu nehmen und steigern gleichzeitig die Qualität der Landschaft.»

Mirjam Würth,
Präsidentin Pro Natura Baselland
«Ökologische Leistungen müssen professionell erbracht werden und dürfen die Lebensmittelproduktion nicht nachteilig beeinflussen.»

Susanne Strub, Landrätin und Bäuerin
"Die Biodiversität und die Produktion von Nahrungsmitteln widersprechen sich nicht. Auch auf den Ökoflächen produzieren wir hervorragende Nahrungsmittel, einfach ein bisschen weniger."

Jürg Gysin, Landwirt