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Geburtshelferkröte, Alytes obstetricans

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Die Geburtshelferkröte heisst in der Region Basel "Glögglifrosch". Dies ist dem Ruf geschuldet, der helle kurze Ton erinnert tatsächlich stark ein ein Glöckchen.
Den offiziellen deutschen Namen (Geburtshelferkröte) erhalten sie durch ihre typische Brutpflege. Nach der Eiablage befruchtet das Männchen die Eier und schlingt sich die Laichschnüre um die Fussgelenke. Das Männchen trägt so die Eier mit sich bis die Embryonalentwicklung abgeschlossen ist. So kann sichergestellt werden, dass die Eier nicht austrocknen oder gefressen werden. Vor dem Schlüpfen der Kaulquappen ("Rosschöpf") werden die Eier ins Wasser entlassen. Diese verbleiben üblicherweise über den Winter im Gewässer und die Metamorphose zum ausgewachsenen Tier erfolgt im Frühjahr.
Im Sommer leben die Tiere versteckt in Steinhaufen, Trockensteinmauern oder ähnlichen Strukturen. Dort benötigen sie ein warm-feuchtes Klima.
Durch die spezielle Lebensweise benötigen die Geburtshelferkröten (wie viele andere Amphibien auch) zwei Elemente in ihrem Lebensraum, diese dürfen zudem nicht zu weit auseinanderliegen, sonst werden sie nicht gefunden:
  • Weiher, Tümpel oder anderes flaches Gewässer. Dieses muss den ganzen Winter Wasser aufweisen, sonst trocknen die Larven aus. Gleichzeitig wird ein kurzzeitiges Austrocknen im Frühsommer gewünscht, da dadurch die Räuber dezimiert werden, welche Larven der Geburtshelferkröte fressen könnten.
  • Steinhaufen oder ähnliche Strukturen
Die Region Basel ist eher arm an Weihern und anderen Feuchtstandorten. Der Kalkuntergrund lässt Wasser rasch abfliessen und wo doch feuchte Biotope entstehen, werden sie häufig vom Menschen trocken gelegt. Andererseits sind auch Steinhaufen oder ähnliche Strukturen sehr selten, da diese einer rationellen Bewirtschaftung im Wege stehen. Oft werden solche Elemente aber auch als "Unordnung" empfunden und deshalb entfernt.
«Ökologische Leistungen müssen professionell erbracht werden und dürfen die Lebensmittelproduktion nicht nachteilig beeinflussen.»

Susanne Strub, Landrätin und Bäuerin
 Danke, dass es den "Oekoausgleich" gibt. Denn wenn Vielfalt Einfalt ersetzt, dann gewinnen alle dabei.

Daniel Zwygart, Biologielehrer und Präsident NVVZ
«Mehr Biodiversität stabilisiert das landwirtschaftliche Produktionssystem und senkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge. Davon profitieren die Bauern und die Artenvielfalt. Das ist das Ziel des kantonalen Förderprogramms.»

Lukas Kilcher,
Leiter landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain