Floristische Erhebungen

Vertragsflächen werden mindestens einmal pro Vertragsdauer (früher 6 Jahre, ab 2014 8 Jahre) kontrolliert. Hier wird die Entwicklung der Artenzusammensetzung beobachtet. Wenn unerwünschte Entwicklungen auftreten, wird der Vertrag angepasst. Ungünstige Entwicklungen können sich ergeben, wenn die Flächen zu stark oder zu schwach genutzt werden. Beides hat zur Folge, dass konkurrenzschwache Pflanzen durch stärkere (meist Gräser) verdrängt werden. Zu häufige Mahd schädigt zudem einjährige Pflanzen direkt, da diese keine Samen bilden können. Zu seltene Mahd führt eher dazu, dass die Vegetation zu dicht wird und nicht mehr genügend Licht auf den Boden gelangt. Dieses ist notwendig damit die Pflanzensamen keimen können.
Im Normalfall sollten extensiv genutzte Wiesen 2-3 Mal im Jahr genutzt werden, eine Nutzung davon kann die Herbstweide sein.
Nur auf besonders mageren Standorten macht es Sinn die Nutzung auf einen Schnitt zu reduzieren.

Durch die extensive Bewirtschaftung konnten sich viele Pflanzenarten wieder ausbreiten. Es handelt sich hierbei um attraktive und relativ häufige Wiesenpflanzen wie die Margerite oder der Habermark. Diese gerieten in den letzten Jahrzenten immer stärker unter Druck, können sich aber nun wieder deutlich ausbreiten. Aber auch seltenere Pflanzen wie Orchideen können auf Vertragsflächen bewahrt werden.

 Danke, dass es den "Oekoausgleich" gibt. Denn wenn Vielfalt Einfalt ersetzt, dann gewinnen alle dabei.

Daniel Zwygart, Biologielehrer und Präsident NVVZ
«Ökologische Leistungen müssen professionell erbracht werden und dürfen die Lebensmittelproduktion nicht nachteilig beeinflussen.»

Susanne Strub, Landrätin und Bäuerin
«Mehr Biodiversität stabilisiert das landwirtschaftliche Produktionssystem und senkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge. Davon profitieren die Bauern und die Artenvielfalt. Das ist das Ziel des kantonalen Förderprogramms.»

Lukas Kilcher,
Leiter landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain